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Zurück von der Oldenburgfahrt

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Dienstag, den 21. Mai 2013 um 10:38 Uhr

Auf den Spuren Bismarcks und des Kaiserreichs hat sich zwischen 15. und 19. Mai eine 25köpfige Reisegruppe nach Oldenburg begeben. Nachdem eine Bildungsreise der Otto-von-Bismarck-Stiftung im letzten Jahr in Dresden und Leipzig der sächsischen Gründerzeit nachgespürt hat, lag als Anschlussreise eine Fahrt nach Oldenburg nahe. Warum? Nun aus dem einfachen Grund, dass Oldenburg wie Dresden im Kaiserreich eine Residenzstadt geblieben war. Die stark vom Hof der Grafen und späteren Großherzöge geprägte Stadt bot den Teilnehmern viel Interessantes. Auf mehreren thematischen Führungen konnte man in die Geschichte Oldenburgs eintauchen und so eventuelle Vorurteile bezüglich der Provinzialtät des Handelsortes an der Hunte abstreifen. Zwar entwickelten sich die beiden großen norddeutschen Städte an der Weser und erst an der Elbe früher und nachhaltiger zu Großstädten. Aber das mittlerweile 165.000 Einwohner zählende Oldenburg hat in den letzten Jahrzehnten kräftig aufgeholt und überstrahlt mit einer kleinen, aber feinen Universität und zahlreichen mittelständischen Unternehmensansiedlungen weit die umliegenden Gemeinden. Mit Jever und Wilhemshaven wurden zwei völlig verschiedene dieser ehemals zum Land Oldenburg gehörenden Orte eingehender besichtigt. Ein Rundfahrt durch das Ammerland vermittelte in Bad Zwischenahn und Rastede bleibende Eindrücke vom ehemaligen und gegenwärtigen Reichtums Oldenburgs. Blühende Rhododendren und unzählige Baumschulen ließen sich dabei ebenso bestaunen wie norddeutsche Hallenbauernhäuser oder die derben Trinksprüche eines nicht mehr ganz jungen Gästeführers im Zwischenahner Land. Mit Letzterem vertiefte sich Andreas von Seggern ins Gespräch. Unser ehemaliger Museumspädagoge leitet seit einem halben Jahr in seiner Heimatstadt Oldenburg das Stadtmuseum und mit ihm sollte es nach Dresden und Oldenburg in den nächsten Jahren weitergehen durch die deutschen Residenzen. Die Reihe wird vom Team der Otto-von-Bismarck-Stiftung in jedem Fall fortgeführt, wir träumen schon von zauberhaften Schlössern in Metropolen wie Zeitz, Greiz, München oder Stuttgart. Für dieses Mal sagen wir noch einmal Dr. Andreas von Seggern ein herzliches Dankeschön für die Organisation und die Gastfreundschaft in der Hauptstadt des Großherzogtums Oldenburg. Ick seh di....

 

Neuerscheinung zur Familie Bismarck

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Dienstag, den 07. Mai 2013 um 09:37 Uhr

Die historische Literatur über Otto von Bismarck ist vielfältig und wächst beständig an. Neben Forschungen zur Politikgeschichte steht seit jeher auch der Mensch Bismarck im Zentrum von wissenschaftlichen und eher populäreren Darstellungen. Die Fülle der biographischen und sonstigen Literatur über Bismarck und seine Zeit ist auch für Experten nur schwer zu übersehen und die Otto-von-Bismarck-Stiftung kommt bei den Neuanschaffungen für ihre Bibliothek oft kaum hinterher.

Nach der großen Bismarck-Biographie des amerikanischen Historikers Jonathan Steinberg aus dem letzten Jahr gilt es für uns nun schon wieder ein umfangreiches Werk in die Regale der Bibliothek einzuordnen, das sich mit der Person Bismarcks beschäftigt. Geschrieben hat es der Berliner Historiker Jochen Thies, der vor einigen Jahren mit einer Familienbiographie über die Moltkes hervorgetreten ist. Nun hat er die Bismarcks untersucht (Jochen Thies, Die Bismarcks. Eine deutsche Dynastie, München 2013) und kommt, so viel sei schon verraten, zu anregenden Neueinsichten, etwa in Bezug auf Bismarcks Kindheit oder die Talente seines Sohnes Herbert. Diesem sich an dem Vater reibenden, letztlich aber privat wie in seinen Ämtern in der Außenpolitik stets auf die Linie des "Alten" schwenkenden Mann, schreibt Thies große Talente zu.

Ein weiteres Hauptaugenmerk legt Thies in seiner Familienbiographie auf die Lebenswege der Kinder und Enkel. Diese trugen den großen Namen ja bekanntlich nicht nur durch das von ihrem Vorfahren errichtete Kaiserreich, sondern mussten sich in den als Wirren empfundenen Zeitläuften der Weimarer Republik neu orientieren und während der nationalsozialistischen Herrschaft bewähren. Mit Sympathie, aber nicht ohne die jeweils angebrachte Kritik zeichnet Thies die Biographien dieser Bismarcks des 20. Jahrhunderts und kommt, wie auch bei den Moltkes besonders bei den oft zu unrecht im Schatten stehenden Frauen der Familie zu neuen Ergebnissen. Wie ließe sich eine Familie auch historisch verstehen, wenn nur 50 Prozent ihrer Mitglieder dargestellt würden?

Mehr sei aber nicht vorweg erzählt, die spannende Lektüre soll sich für den Leser noch lohnen.

Eine weitere Neuerscheinung gibt eher zu Stirnrunzeln Anlass, es sei denn, man sieht es mit Humor und sieht in dem Buch eines der seltenen Werke aus dem Grenzbereich zwischen kontrafaktischer Geschichtsschreibung und anzüglicher Groschenprosa. Wie auch immer, es verdeutlicht das anhaltende Interesse an der Person Otto von Bismarcks im In- und Ausland, in diesem Fall in Russland.

 

36. Internationaler Museumstag in Friedrichsruh am 12. Mai 2013

Geschrieben von Dr. Maik Ohnezeit am Dienstag, den 07. Mai 2013 um 06:13 Uhr

Internationaler Museumstag in Friedrichsruh mit BismarckKids-Familientag und kleinem Bücher-Basar im Bismarck-Museum

Sonntag, 12. Mai 2013, 11 bis 18 Uhr

Der Internationale Museumstag 2013 ist auch für die Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh Anlass zum Feiern. Der Internationale Museumstag findet zum 36. Mal statt und steht unter dem Motto „Vergangenheit erinnern – Zukunft gestalten: Museen machen mit!“ Während die Erwachsenen die im Bismarck-Museum präsentierten Schätze erkunden, sind für die jungen Museumsgäste Mitmachaktionen im Museum wie ein Kinder-Suchspiel sowie Mal – und Bastelaktionen vorgesehen. Die Besucher können von 11 Uhr an in einigen aus der Stiftungsbibliothek aussortierten Kisten historischer Literatur stöbern und den kleinen Hunger mit einer Bratwurst stillen.

Um 15 Uhr wird zudem eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung angeboten. Der ursprünglich für 11.00 Uhr vorgesehe Vortrag zu aktuellen Projekten und Perspektiven der Otto-von-Bismarck-Stiftung entfällt!

Ein besonders herzlicher Dank geht an die Bergedorfer Zeitung, die Bismarck-Quelle, die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg und die Lübecker Nachrichten für die freundliche Unterstützung des Internationalen Museumstages in Friedrichsruh!

 

Noch zwei Tage bis zum BISMARCKIERUNGs-Workshop

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 02. Mai 2013 um 06:29 Uhr

Am Samstag, dem 4. Mai 2013, findet in den Räumen der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh ein Workshop statt, bei dem unser Projekt BISMARCKIERUNG vorgestellt wird. Ziel der Veranstaltung ist es, möglichst viele Mitstreiter für unser Vorhaben zu gewinnen, auf einer von uns eingerichteten Webseite die Bismarckorte der Welt in einer google-maps-Karte zu markieren. An die Pins für die unzähligen Bismarck-straßen, -plätze, -denkmäler usw. sollen Bilder und Legenden angefügt werden. Nicht nur in Deutschland, auch im europäischen Ausland und auch weltweit wird dann sichtbar, wie sehr es den zwischen 1880 und etwa 1930 Lebenden ein recht unkritisches Bedürfnis war, an den Reichsgründer zu erinnern. Dass fast 100 Jahre nach dem Ende der Monarchie in Deutschland noch immer zahlreiche Orte an den Monarchisten Bismarck erinnern, geht im Alltag oft unter. BISMARCKIERUNG soll dazu anregen, über diese Besonderheit nachzudenken.

Helfen Sie mit, Bismarcks Erinnerung im öffentlichen Raum zu dokumentieren und informieren Sie sich über das Projekt BISMARCKIERUNG in unserem Workshop in Friedrichsruh.

Beginn: 11 Uhr, neben der Vorstellung des Projekts wird es selbstverständlich auch eine Führung durch den Bismarck-Ort Friedrichsruh geben.

Details finden Sie hier.

Sonntag, 14. April 2013, 12 Uhr mittags: Staatsbesuch in der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Seine Majestät der Deutsche Kaiser und König von Preußen Wilhelm I. nebst Gattin Augusta und großem Gefolge treffen im alten Bahnhofsgebäude in Friedrichsruh ein.

Gerade anwesende Besucher der Stiftung staunen nicht schlecht, als sie neben Pickelhauben und Uniformen ebenso zivil gewandete Personen bemerken, die ein Hauch „Belle Époque“ umgibt.

Es sind Geschichtsdarsteller, die aus Hamburg und Umgebung kommen und sich vor dem „Saisonbeginn“ ihrer Auftritte einen umfassenden Überblick nicht nur über die Person Bismarcks, sondern über das Kaiserreiches generell verschaffen wollen.

Das Kaiserpaar wird von Erhard Brandes - der dem echten Wilhelm I. zum verwechseln ähnlich sieht - und Sylvia Brandes-Nelz dargestellt, die im Bevensener Verein "Der Kaiser kommt" e.V. Mitglied sind.

Als langjährige Geschichtsdarsteller, sogenannte "Reenactors", verfügen sie über fundiertes Wissen, mit dessen Hilfe sie bei Darstellungen ihre Rollen authentisch spielen können.

Dass die Kaiserzeit nicht nur "Belle Époque" war, ist den Darstellern wohl bewusst, auch und gerade weil sie mehrheitlich Personen der oberen Gesellschaft spielen.

In der Otto-von-Bismarck-Stiftung konnten sie ihr Wissen ergänzen und neue Aspekte des Themas "Kaiserreich" entdecken. Zudem konnte über die Stiftungsbibliothek weiterführende Fachliteratur empfohlen werden.

Die Stiftung selbst wurde an diesem Sonntag durch die Darsteller quasi in die Vergangenheit gerückt und die Geschichte des Kaiserreiches und auch Bismarcks wurde geradezu "live" erlebbar.

 

von Konrad Schumacher

 

 

Nicht nur Geschichtsprofile der Oberstufe, sondern auch angehende Naturwissenschaftler interessieren sich für Otto von Bismarck. Die Klasse 12d (Chemieprofil) der Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe beschäftigte sich am 10. April ausführlich mit Otto von Bismarck und seiner Zeit. So wurde die Dauerausstellung der Stiftung ebenso erkundet wie das Bismarck-Museum. Gerne angenommen wurde auch das Angebot, einen Blick in das Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung und auf ausgewählte Archivalien zu werfen. Die Transkription der Entlassungsurkunde Otto von Bismarcks rundete den Projekttag ab. Einen Erlebnisbericht der Schülerinnen und Schüler finden Sie auf der Homepage der Theodor-Mommsen-Schule Bad Oldesloe.

 

Die Reichskanzler des Kaiserreichs in einer informativen Bildgalerie

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 11. April 2013 um 07:59 Uhr

Das Bundesarchiv besitzt wahre Schätze, das ist bekannt. Ein besonderer Bestand sind die Millionen Fotografien, deren Originale in den Magazinen in Berlin und Koblenz aufbewahrt werden und die seit einiger Zeit immer vollständiger über das Digitale Bildarchiv Bundesarchivs gefunden werden können. Die Bedienbarkeit hat sich in den letztenJahren erheblich verbessert. Aus einigen Teilbeständen sind Galerien zusammengestellt, die man durchblättern kann.

Eine schöne, mit infoamtiven Texten versehene Galerie der Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs zeigt Otto von Bismarck und seine sieben Nachfolger Caprivi, Hohenlohe-Schillingsfürst, Bülow, Bethmann Hollweg, Michaelis, Hertling und zuletzt Prinz Max von Baden. Einzelne Schriftstücke ergänzen die Zusammenstellung. Zu jedem der Herren hätten auch andere Aufnahmen ausgewählt werden können, die verwendeten zeigen aber sehr einprägsam, wie sich das Erscheinungsbild der Reichskanzler änderte. Und zwar auch durch deren eigene Repräsentationsabsichten.

Hochwillkommen ist in diesem Zusammenhang auch die Galerie der Weimarer Reichskanzler, die nur scheinbar die chronologische Fortsetzung der Bildfolge der kaiserzeitlichen Amtsträger ist. Tatsächlich zeigt sie einen völlig anderen Politkertypus, der seit Max von Baden dem Reichstag verantwortlich war.

Vielen Dank liebes Bundesarchiv für diese informativen Zusammenstellungen!

Die Otto-von-Bismarck-Stiftung lädt interessierte Besucherinnen und Besucher zu öffentlichen Führungen durch die Sonderausstellung „Industriewelt im Kaiserreich. Fotografien aus dem Historischen Archiv Krupp“ ein.

Termine: Samstag, den 6. April 2013, 11.00 Uhr und Mittwoch, den 10. April 2013, 11.00 Uhr

Ort: Otto-von-Bismarck-Stiftung, Am Bahnhof 2, 21521 Friedrichsruh

Referent: Lukas Kaiser, M.A., Kurator der Sonderausstellung „Industriewelt im Kaiserreich. Fotografien aus dem Historischen Archiv Krupp“.

 

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