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Zu den Merkwürdigkeiten des bereits zu Lebzeiten grassierenden Bismarck-Kultes gehörte die Adoption des Familiennamens, freilich ohne präpositives Adelsprädikat. Über den Künstlernamen "Bismarck" haben wir vor kurzem an dieser Stelle in Zusammenhang mit Fußball berichtet. Aber wussten Sie, dass einer der bedeutenden Vertreter der 'weißen' Chicagoer Schule des Jazz, der 1903 geborene Cornettist Leon 'Bix' Beiderbecke, ebenfalls den Namen des ersten Reichskanzlers trug? Sein Vater, Ende des 19. Jahrhunderts aus Mecklenburg in die USA eingewandert, trug den Vornamen Hermann Bismarck und gab ihn - leicht verkürzt - an seinen zweitältesten Sohn weiter. Aus "Bismarck" wurde "Bismark" und schließlich das prägnante Kürzel "Bix", nachdem der Spross sehr zum Unwillen seiner Eltern eine musikalische Karriere im Geburtsort Davenport (Iowa) und endlich im "roaring" Chicago der 1920er Jahre eingeschlagen hatte. Er wurde innerhalb kurzer Zeit zu einem der führenden Musiker des frühen Jazz, der durch kühle und klare Improvisation das Kornett- und damit das Trompeten-Spiel revolutionierte. "Bix" starb bereits 1931 an den Folgen einer Lungenentzündung, die nicht zuletzt auf seinen für Musiker nicht ungewöhnlichen fahrlässigen Lebenswandel zurückging. Ein wunderbares, 1987 erstmals ausgestrahltes Hörfeature von Ror Wolf über Leben und Werk des Leon Bismark Beiderbecke können Sie am Sonntag, den 24. Juni, um 18.20 Uhr auf SWR 2 hören: Unbedingt empfehlenswert!

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