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Dienstag, den 18. September 2012 um 11:15 Uhr
Vortrag von Dr. Harald Lönnecker: Der Bismarck-Kult in der deutschen Studentenschaft des 19. und 20. JahrhundertsAbseits von Hörsaal und Studentenclub marschieren Studenten nicht selten auf Demonstrationen in den ersten Reihen und engagieren sich für den gesellschaftlichen Wandel. Wenn sie neben ihrem Studienpensum Zeit zu politischer Betätigung finden, dann wollen sie die Welt verbessern, und das seit (spätestens) 1968 von „links“. Wenn dabei überhaupt Vorbildfiguren gesucht werden, dann irgendwo zwischen Che Guevara und Steve Jobs, Joschka Fischer oder Marina Weisband. Diesen vereinfachenden Formulierungen werden die meisten zustimmen. Politische Progressivität war aber im ausgehenden 19. Jahrhunderts vor allem konservativ, ab den 1920er Jahren dann nicht selten „deutsch-völkisch“ und „rechts.“ Dass dabei der aus dem vorletzten Jahrhundert stammende Otto von Bismarck eine zentrale Integrationsfigur war, die unter Studenten geradezu kultisch verehrt wurde, überrascht uns heute. Der Historiker Dr. Harald Lönnecker, beim Bundesarchiv zuständig für die Aktenberge zum riesigen Thema „Studenten“, wird als ausgewiesener Kenner der Materie einen Vortrag über den Wandel des Bismarck-Bildes deutscher Studenten halten. Da Studenten damals wie heute von der Universität in Berufsleben wechselten, behandeln seine Ausführungen in einem weiteren Sinne auch das Bismarck-Bild der deutschen Eliten. Der Vortrag findet statt am 20. September 2012 in der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Am Bahnhof 2, in 21521 Friedrichsruh, 19.30 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei. Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus dem Programm eines "Bismarck-Commerses" in Bremen im Jahr 1964 (!).
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Dienstag, den 04. September 2012 um 09:47 Uhr
Kein Bismarck in StadeBetriebsausflüge, verehrte Leserin, verehrter Leser, zählen selbstredend nicht zu den Themen, die zwingend auf diese Homepage gehören - und doch bot gerade der gestrige Ausflug unseres kleinen Teams in die sehr sehenswerte ehemalige Hansestadt Stade für die Mitarbeiter unserer Stiftung eine verblüffende Erkenntnis: An keiner Stelle dieser sympathischen Stadt findet sich ein Bismarck-Erinnerungsort, weder ein Denkmal noch eine Straße ist nach ihm benannt. Das war für uns schon überraschend, wußten wir zwar von ganzen Regionen, in denen sich kein steinernes oder metallenes Zeugnis der Bismarck-Verehrung des nationalen Bürgertums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert findet, hatten jedoch bislang vermutet, dass eine Stadt mittlerer Größe doch allenthalben über eine Bismarck-, respektive Moltke- oder Roonstraße verfüge. Wir sind jetzt schlauer und fragen uns: Für welche Mittel- und Großstädte gilt dies noch? Wenn Sie mehr wissen, schreiben Sie uns! Ein sehr besonderes Denkmal Stades wollen wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten: Ein lebensgroßer Bronze-Elch, der seit 1987 an die Patenschaft der Stadt mit dem Heimatkreis des ostpreussischen Goldap erinnert.
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Mittwoch, den 22. August 2012 um 14:45 Uhr
Über den historischen Umgang mit Behinderung......weiß die Geschichtswissenschaft noch immer verblüffend wenig. Während sich die interdisziplinären disability studies vor allem in den angelsächsischen Staaten bereits seit langer Zeit mit sozial- und kulturwissenschaftlichen Aspekten des gesellschaftlichen Umgangs mit allen Arten von Behinderung auseinandersetzt, blühen erste vergleichbare deutsche Forschungspflanzen erst in jüngster Vergangenheit stärker auf. Wohl noch immer schreckt die Monströsität der nationalsozialistischen Verbrechen im Rahmen des Euthanasie-Programms, dem Tausende von behinderten Menschen, gleich ob Kind oder Erwachsener, zum Opfer fielen. Seine propagandistischen Auswüchse wirkten bis weit in die deutsche Nachkriegsgesellschaft hinein, die lange Zeit an der Ausgrenzung von Behinderten festhielt. Erst seit den 1970er Jahren beginnt sich der Umgang dert Gesellschaft mit behinderten Menschen offenkundig langsam zu normalisieren, auch wenn die Diskussion um die sogenannte Pränataldiagnostik in diesem Zusammenhang vielfach sicher nicht förderlich gewesen ist. Das aber bereits im Kaiserreich nicht nur die Ausgrenzung, sondern bisweilen auch das Bemühen um selbstverständlichen Umgang mit Behinderung erkennbar gewesen ist, scheint der Fall der Prinzessin Alexandrine von Preußen zu beweisen, der ältesten Tochter des Kronprinzen Wilhelm, mithin also Enkelin des letzten Kaisers Wilhelm II. Alexandrine hatte das Down-Syndrom, und doch wurden Postkarten mit ihrem Konterfei offenkundig in ähnlicher Vielzahl unters Volk gebracht wie diejenigen mit den Porträts ihrer Schwester oder ihrer Brüder. Wir wissen nicht viel mehr über diesen "Fall", als wir dem entsprechenden wikipedia-Eintrag entnehmen können und stießen im Übrigen bei der Sichtung unserer Ansichtskarten-Sammlung auf eben diese Geschichte - aber wir finden das spannend und sehr bemerkenswert. Wer weiß mehr darüber?
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Donnerstag, den 16. August 2012 um 13:58 Uhr
Lob der studentischen MitarbeitUnd wieder gibt es neue Digitalisate aus unseren Sammlungen, die wir auf unserem flickr-Account verfügbar gemacht haben: http://www.flickr.com/photos/58384066@N05. Damit haben wir die 2000er-Marke geknackt und fühlen uns davon angespornt, mit Ihnen in Zukunft mehr und mehr Inhalte unseres reichhaltigen Archivmaterials im social web zu teilen. Das allein macht jetzt aber nicht unbedingt eine tolle Neuigkeit; die regelmäßigen Leser unseres Blogs wissen ja um dieses und weitere Projekte unserer Forschungs- und Bildungseinrichtung. Aber wir wollen doch einmal die Gelegenheit ergreifen, all denen zu danken, ohne deren engagiertes und mitunter verblüffend profundes Tun alles nichts wäre: Den studentischen Mitarbeitern, die sich - teilweise bereits über mehrere Jahre - unserem Haus verbunden fühlen und auf unterschiedlichen Ebenen vieles leisten, was mit Bordmitteln kaum noch umzusetzen wäre: Gleich ob als Praktikant/in, studentische(r) Mitarbeiter/in oder Honorarkraft im Besucherdienst, ist es die Arbeit von Herrn Kaiser, Herrn Schumacher, Frau Ueberhorst, Herrn Schnierer, Herrn Stienen, Frau Johnsson, Herrn Ekberg, Herrn Rausch, Herrn Wachter oder Frau Karakan, die viele Dinge in unserem Betrieb am Laufen hält. Wir finden, dass Sie das einmal wissen sollten! Auf dem Bild im Übrigen zu sehen (v.l.n.r.): Herr Wachter, Herr Schumacher, Herr Kaiser.
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Dienstag, den 17. Juli 2012 um 11:30 Uhr
Bismarck - Ein Mitglied der Toskana-Fraktion?Wen ziehen in diesen eher trüben norddeutschen Sommertagen nicht unwillkürlich die Gedanken gen Süden - nicht nur in den Palazzo Chigi, wo Signore Monti unermüdlich an der Eindämmung der italienischen - und damit europäischen Finanzkrise arbeitet, sondern in guter alter teutonischer Sehnsuchtstradition an den lauen Sommerabend vor dem toskanischen Ferienhaus bei vino, donna respektive uomo und canzone. Das gerade die so überlaufene mittelitalienische Region jenseits aller Klischees noch manche überraschende Entdeckung birgt, beweist das uns von einem Mitarbeiter aus Colle Val d'Elsa übermittelte Schild eines Ortsvereins des Partito Rifondazione Comunista. Wir trauten unseren Augen nicht. Leider haben wir keine nähere Kenntnis über Leben und Wirken des genannten Arcangelo Vieri, noch - und das treibt uns natürlich noch mehr um - was das radikale Überbleibsel des traditionell in Mittelitalien besonders starken Partito Comunista Italiano (PCI) mit Bismarck verbindet. Uns interessiert es brennend! Weiß jemand von Ihnen mehr?
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Donnerstag, den 12. Juli 2012 um 07:26 Uhr
Holz für BochumErst kürzlich ergab eine Umfrage der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), dass "die Bochumer ... ihren Bismarckturm am liebsten" hätten. Was es damit genau auf sich hat, können Sie hier nachlesen. Nun haben wir bei einer kursorischen Sichtung des ehemaligen Fürstlich von Bismarck'schen Guts- und Wirtschaftsarchivs eine kleine archivische Miszelle gehoben, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Man begnügte sich also vielfach nicht mit einer schlichten Namensgebung, sondern bemühte ein authentisches Zeugnis vom genius loci, dem Sachsenwald bei Hamburg, um dem zur mythischen Gestalt verklärten Bismarck zu huldigen. Die Nachkommen des ersten Reichskanzlers, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts besonders emsig am Mythos strickten, kamen solchen Bitten gerne nach. Wir werden Ihnen schon bald einige Dutzend solcher im Gutsarchiv überlieferter "Petitionen" auf unserer Bildersammlung bei flickr.com zeigen können.
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Donnerstag, den 14. Juni 2012 um 18:31 Uhr
Kinder ins Museum!Von außen macht das Bismarck-Museum in Friedrichsruh einen eher nüchternen Eindruck. Hirschgeweih und Fachwerk lassen kaum vermuten, welche kulturhistorischen Schätze sich hinter der Fassade verbergen. Gerade Kindern bleibt der Zauber vieler mehr oder weniger bunter Objekte, die eine Menge Geschichten erzählen können, häufig verschlossen. Um die mentalen Barrieren vor dem Eintritt ins Museum aufzubrechen, hat die Otto-von-Bismarck-Stiftung als betreuende Einrichtung nun eine Kinder-Rallye durch die Ausstellungsräume konzipiert, die Kindern im Grundschulalter vermitteln soll, dass Geschichte nicht langweilig sein muss, sondern gleichermaßen spannend und erkenntnisreich erzählt werden kann. Begleitet von Dogge Sultan begeben sich die jüngeren Besucher auf Spurensuche durch die Geschichte Otto von Bismarcks und seiner Zeit und entdecken an den vielen, ganz unterschiedlichen Exponaten viele spannende und kuriose Details, die auch den Erwachsenen häufig verborgen bleiben. Auf laminierte Kärtchen gedruckte Bilder wecken die Neugier, die durch knapp und einfach gehaltene Informationen auf der Rückseite gestillt, aber nicht überfrachtet wird. So wird letztlich der Entdeckergeist der jungen Besucher geweckt und damit ein wichtiges Ziel der museumspädagogischen Arbeit am Erlebnis- und Lernort Friedrichruh erreicht, wie Dr. Andreas von Seggern, zuständiger Mitarbeiter der Siftung, betont: „Wir wollen mit unserem neuen didaktischen Angebot ganz bewusst eine der Grundvoraussetzungen in den Lehrplänen von Grundschulen, das selbständige und handlungsorientierte Lernen, fördern helfen. Wir laden alle in Frage kommenden Schulen, aber natürlich auch Familien mit Kindern, herzlich ein, dieses Angebot kennenzulernen.“ Offiziell vorgestellt wird die Kinderrallye des Bismarck-Museums im Rahmen eines Kindertages, den die Otto-von-Bismarck-Stiftung gemeinsam mit dem Garten der Schmetterlinge am 29. Juli diesen Jahres plant und dessen Programm ab Anfang Juli bekannt gegeben wird.
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Donnerstag, den 14. Juni 2012 um 05:17 Uhr
Kriege für Ehre? Ein Vortrag von Prof. Birgit Aschmann
Zahlreiche Duelle im 19. Jahrhundert zeigten die verbreitete Bereitschaft vieler Bürgerlicher, für die Ehre das Leben zu riskieren. Aber nicht nur den Einzelnen, sondern auch dem Staat bzw. der Nation wurde eine solche Ehre zugesprochen, die es im Falle einer Beleidigung kollektiv zu verteidigen galt. Waren womöglich die deutsch-französischen Kriege des 19. Jahrhunderts 1806, 1813 und 1870 „nur“ ein Kampf um die nationale Ehre? Dieser Frage stellt sich die Referentin Prof. Dr. Birgit Aschmann von der Humboldt-Universität Berlin in einem Vortrag für die Otto-von-Bismarck-Stiftung am heutigen Donnerstag, 14. Juni 2012, 19.30 Uhr, im historischen Bahnhof Friedrichsruh. Der Eintritt zu dieser letzten Vortragsveranstaltung der Stiftung vor der Sommerpause ist wie immer frei.
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Freitag, den 08. Juni 2012 um 11:20 Uhr
Fritz Stern zu Besuch in FriedrichsruhZu einem spontanen Besuch fand sich am Freitag, den 8. Juni, der amerikanische Historiker Fritz Stern in Friedrichsruh. Stern, der mit seiner Familie 1938 vor dem Terror der Nationalsozialisten in die USA geflohen war, wurde u.a. bekannt durch seine bahnbrechende Untersuchung "Gold und Eisen. Bismarck und sein Bankier Bleichröder", die 1978 erstmals auf Deutsch erschien und die seinen Ruf als bedeutendster US-amerikanischer Historiker mit Schwerpunkt auf der deutschen Geschichte maßgeblich begründete. Stern, der von Dr. Andreas von Seggern begrüßt wurde, hatte Friedrichsruh bei seinem Forschungsaufenthalt für die Studien seines Bleichröder-Bandes Mitte der 1970er Jahre zuletzt besucht und zeigte sich beeindruckt von der wissenschaftlichen und pädagogischen Tätigkeit der bundeseigenen Otto-von-Bismarck-Stiftung.
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Donnerstag, den 24. Mai 2012 um 11:14 Uhr
Ein Hoch, das seinen Namen trägt...Na, wenn das kein Anlass für einen schönen Pfingstausflug ist: Das Hoch "Otto" hat sich vor allem über den Norden Deutschlands ausgebreitet und macht doch sicher auch Ihnen Lust auf einen Kurztripp in den Sachsenwald vor den Toren Hamburgs. Nach einer mittäglichen Einkehr im Forsthaus Friedrichsruh oder im Waldesruh/Aumühle bietet sich der Besuch des Bismarck-Museums und der Ausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung im historischen Bahnhof von Friedrichsruh, wo Sie Ihre Kenntnisse über Otto von Bismarck und seine Zeit in erfrischend kühlen Räumlichkeiten fundiert und unterhaltsam vertiefen können. An allen Pfingstagen halten wir unsere Einrichtungen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
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