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Dr. Ulf Morgenstern

Dr. Ulf Morgenstern

Schönhausen steht unter Wasser!

Mittwoch, den 12. Juni 2013 um 07:48 Uhr unter Aktuelles

Nach dem massiven Deichbruch bei Fischbeck hat sich seit Montag, dem 12. Juni, das eingedeichte Elbehochwasser in verheerender Weise nach Osten in Richtung Havelland in die Landschaft ergossen. Nach den Dörfern Fischbeck und Schönhausen hat das Wasser sogar das 9 Kilometer von der Elbe entfernt liegende Wust erreicht. Gegen die Wassermassen ist leider auch der Einsatz der Bundeswehrtruppen zur Deichsicherung machtlos gewesen, immerhin haben Soldaten nach dem Deichbruch durch unermüdliches Abwerfen großer, mit Sand und Steinen gefüllter Säcke das weitere Aufreißen der Bruchstelle verhindern und diese insgesamt auch entscheidend verringern können. Der junge Otto von Bismarck hätte als verantwortlicher Deichgraf "seinen" Bürgern nicht ansatzweise so sehr helfen können, wie es die technischen und logistischen Mittel unserer Tage möglich machen.

Eine Luftaufnahme von Schönhausen (Bild 4 der Galerie) vom Dienstagnachmittag zeigt weite Teile des Ortes von braunem Hochwasser überflutet. Der alte Siedlungskern um die Kirche und das Schloss, wo sich auch das Bismarck-Museum und die Räumlichkeiten der Otto-von-Bismarck-Stiftung befinden, ist auf dieser Aufnahme wegen seiner Höhenlage noch verschont. Momentan kommt man in das evakuierte Schönhausen nicht hinein, so dass wir nur das Beste hoffen können. Mehr als dem Museum und der Stiftung gilt unsere Sorge natürlich den Bürgern Schönhausens und der umliegenden Gemeinden! Aus der Ferne drücken wir die Daumen und hoffen, dass die beträchtlichen Schäden reguliert werden können und in absehbarer Zeit wieder ein normales Leben in dieser wunderschönen Kulturlandschaft möglich sein wird.

Die Geschichtswissenschaft hat bereits im 19. Jahrhundert historische Stoffe bis in ihre unmittelbare Gegenwart bearbeitet, man denke nur an die Werke von Heinrich von Treitzschke. Auch seine nationalgestimmten Nachfolger à la Erich Marcks betrieben mit der Glorifizierung der kaiserzeitlichen Gegenwart das, was später Zeitgeschichte genannt werden sollte. Durchgesetzt hat sich der Begriff nach dem Zweiten Weltkrieg, als Hans Rothfels in seinem bekannten ersten Aufsatz in den Vierteljahrsheften für Zeitgeschichte eine Definition  prägte. Nach Rothfels war die Zeitgeschichte für den Historiker die „Epoche der Mitlebenden und ihre wissenschaftliche Behandlung“ [1]. Für Rothfels (1891-1976), Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts und kaiserzeitlicher Reserveoffizier, gehörte das Vorfeld des Ersten Weltkriegs ebenso selbstverständlich zu dieser auf dem Zeitstrahl mobilen Epoche, wie die Weimarer Republik oder das Dritte Reich.

Seit seinem Aufsatz sind nunmehr 60 Jahre vergangen und die Epoche der Mitlebenden ist weit ins 20. Jahrhundert vorgerückt. Der Mauerfall und die anschließende Öffnung der Archive haben zunächst den Fokus der Zeithistoriker auf die Jahre des kalten Krieges gelegt, der mit ost- und beim fortschreitenden Ablauf von Sperrfristen auch mit westeuropäischen Aktenmaterial erforscht werden konnte. Zwar verloren die zwölf Jahre des Nationalsozialismus nicht an Aufmerksamkeit, die erste deutsche Republik jedoch rückte ins Abseits. Dass die sogenannte neue Kulturgeschichte und die global- und kolonialgeschichtlichen Arbeiten des letzten Jahrzehnts auch das 19. Jahrhundert wieder zunehmend attraktiv machten, zeigt, dass längst noch nicht alle Fragen an die Eopche der Nationalstaatsgründungen gestellt sind. Zeitgeschichtlichen Wert im Rothfelsschen Sinne hat die Epoche aber zudem durch einen Artikel in einem großen deutschen Nachrichtenmagazin, wenn auch, so steht zu befürchten, nicht mehr all zu lange. Uns freut's!

[1] Hans Rothfels, Zeitgeschichte als Aufgabe, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1 (1953), S. 1-8, Zitat S. 2.

Zurück von der Oldenburgfahrt

Dienstag, den 21. Mai 2013 um 10:38 Uhr unter Aktuelles

Auf den Spuren Bismarcks und des Kaiserreichs hat sich zwischen 15. und 19. Mai eine 25köpfige Reisegruppe nach Oldenburg begeben. Nachdem eine Bildungsreise der Otto-von-Bismarck-Stiftung im letzten Jahr in Dresden und Leipzig der sächsischen Gründerzeit nachgespürt hat, lag als Anschlussreise eine Fahrt nach Oldenburg nahe. Warum? Nun aus dem einfachen Grund, dass Oldenburg wie Dresden im Kaiserreich eine Residenzstadt geblieben war. Die stark vom Hof der Grafen und späteren Großherzöge geprägte Stadt bot den Teilnehmern viel Interessantes. Auf mehreren thematischen Führungen konnte man in die Geschichte Oldenburgs eintauchen und so eventuelle Vorurteile bezüglich der Provinzialtät des Handelsortes an der Hunte abstreifen. Zwar entwickelten sich die beiden großen norddeutschen Städte an der Weser und erst an der Elbe früher und nachhaltiger zu Großstädten. Aber das mittlerweile 165.000 Einwohner zählende Oldenburg hat in den letzten Jahrzehnten kräftig aufgeholt und überstrahlt mit einer kleinen, aber feinen Universität und zahlreichen mittelständischen Unternehmensansiedlungen weit die umliegenden Gemeinden. Mit Jever und Wilhemshaven wurden zwei völlig verschiedene dieser ehemals zum Land Oldenburg gehörenden Orte eingehender besichtigt. Ein Rundfahrt durch das Ammerland vermittelte in Bad Zwischenahn und Rastede bleibende Eindrücke vom ehemaligen und gegenwärtigen Reichtums Oldenburgs. Blühende Rhododendren und unzählige Baumschulen ließen sich dabei ebenso bestaunen wie norddeutsche Hallenbauernhäuser oder die derben Trinksprüche eines nicht mehr ganz jungen Gästeführers im Zwischenahner Land. Mit Letzterem vertiefte sich Andreas von Seggern ins Gespräch. Unser ehemaliger Museumspädagoge leitet seit einem halben Jahr in seiner Heimatstadt Oldenburg das Stadtmuseum und mit ihm sollte es nach Dresden und Oldenburg in den nächsten Jahren weitergehen durch die deutschen Residenzen. Die Reihe wird vom Team der Otto-von-Bismarck-Stiftung in jedem Fall fortgeführt, wir träumen schon von zauberhaften Schlössern in Metropolen wie Zeitz, Greiz, München oder Stuttgart. Für dieses Mal sagen wir noch einmal Dr. Andreas von Seggern ein herzliches Dankeschön für die Organisation und die Gastfreundschaft in der Hauptstadt des Großherzogtums Oldenburg. Ick seh di....

 

„Die europäischen Monarchien im Zeitalter der Revolutionen“

Prof. Dr. Volker Sellin (Universität Heidelberg) in Zusammenarbeit mit der Freien Lauenburgischen Akademie Wentorf

„150 Jahre Rotes Kreuz - Eine Geschichte der Humanität - Herausforderungen der Zukunft“

Vortrag von Dr. Rudolf Seiters (Vorsitzender des Kuratoriums der Otto-von-Bismarck-Stiftung und Präsident des Deutschen Roten Kreuzes)

Vortrag: " ‘Showdown‘ in Dresden. Das ‘Duell‘ zwischen Metternich und Napoleon I. “

Prof. Dr. Ulrich Lappenküper (Friedrichsruh/Hamburg)

Vortrag: "Der Deutsche Zollverein"

Dienstag, den 07. Mai 2013 um 12:39 Uhr unter Programm

Vortrag: "Der Deutsche Zollverein"

Prof. Dr. Hans-Werner Hahn (Universität Jena)

„1813: Epochenjahr in der deutschen und europäischen Geschichte“.

Vortrag von Dr. Stefan Vöhringer (Akademie Sankelmark) in Zusammenarbeit mit der Freien Lauenburgischen Akademie Wentorf

Ausstellung „Darüber lacht die Republik - Friedrich-Ebert und ‚seine‘ Reichskanzler in der Karikatur“.

Sonderausstellung der Stiftung Reichspräsident Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg

 

Vortrag in Zusammenarbeit mit der Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur:

„Der dänische Gesamtstaat 1773-1864: Ein nordeuropäisches Vielvölkerreich auf dem Weg in die Moderne“.

Dr. Jan Schlürmann (Hermann-Ehlers-Akademie Kiel)

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