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Rauschendes Sommerfest am Alten Bahnhof

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Montag, den 03. Juli 2017 um 09:57 Uhr

Bis zur letzten Minute war das Wetter eine Zitterpartie, aber dann riss um 14.00 der Himmel auf und die leidigen Regenwolken der letzten Tage verzogen sich.

Mehr als 500 Besucher nahmen die ersehnte Besserung zum Anlass, das Sommerfest der Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh zu besuchen.

Bei Kuchen, Grillwürsten und Getränken und vor allem einem vielfältigen Programm wurde bis 18.00 gefeiert.

Die "SwingS"-Bigband sorgte für kräftige musikalische Begleitung und ein Kaiserpaar in historischer Gewandung samt zahlreichem Gefolge lieferte das passende Ambiente. Der Förderverein warb um neue Mitglieder und auf dem Bücherflohmarkt wurden viele Gäste fündig. Das Kinderprogramm hielt die Kleinsten auf Trapp und zum Schluss bekamen sogar die Herren hinter dem Grill noch ein Bier! Man könnte endlos weiter aufzählen, so schön die noch frischen Eindrücke des bisher größten Sommerfestes der Bismarck-Stiftung.

Wichtiger ist aber:

Wir danken allen Helfern, Sponsoren und natürlich auch allen Gästen, die diesen einmaligen Tag mit Tatkraft, Interesse und guter Laune möglich gemacht haben!

Die wenigen übrig gebliebenen Bratwürste werden in den nächsten Wochen "einer sachgemäßen Verwendung zugeführt", und dabei planen wir schon mal das nächste Sommerfest im kommenden Jahr.

Kommen Sie dann unbedingt wieder, es war und wird wieder toll!

Bismarck und Europa

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 29. Juni 2017 um 08:03 Uhr

Eine neue Rezension unseres Tagungsbandes der Berliner Konferenz des Jahres 2015 ist heute bei HSozuKult erschienen.

Wer wissen möchte, was ein in Schottland lehrender deutscher Historiker über die Beiträge zum Thema "Bismarck und Europa" aus den Federn von Historikern und Politikern hält, liest hier weiter.

Vielen Dank Frank Lorenz Müller!

 

Schüler nutzen Bibliothek

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Mittwoch, den 14. Juni 2017 um 11:41 Uhr

Die Fingerabdrücke der Mitarbeiter dürften auf den ca. 8.000 Büchern bei Weitem überwiegen. Aber immer wieder wird die Bibliothek der Otto-von-Bismarck-Stiftung auch von Besuchern genutzt.

Darunter befinden sich neben Historikern und interessierten Laien auch Schüler, die sich mit Otto von Bismarck und dem Kaiserreich beschäftigen (müssen).

In diesem Jahr klopfen mehr Abiturienten als sonst bei uns an, was uns natürlich sehr freut.

Unser kleines Beweisfoto dieses erfreulichen Trends zeigt Mathilda Wegwerth (rechts) und Jan Rutke vom Gymnasium Wentorf - rein zufällig vor einem Regalausschnitt, der von Max Weber (oben links) und Hitler (oben ganz, ganz rechts) begrenzt wird.

Herrlicher Kitsch!

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Freitag, den 02. Juni 2017 um 09:25 Uhr

In einer Ausstellung im Stadtmuseum Ingolstadt kann man bestaunen, was nach Uromas Ableben noch immer achtlos auf den Sperrmüll wandert: Kunst- und Kunstgegenstände in der kitischig wirkenden Opulenz des 19. Jahrhunderts.

Die gezeigte Sammlung Ott bringt zahlreiche Objekte zusammen, deren Ästhetik zwischen Biedermeier und Historismus bei genauerer Betrachtung zu Unrecht nur als kitschig empfunden wird.

Natürlich, ein wenig Überwindung kostet es, die etwas süßlichen Figuren und Gegenstände zu betrachten. Aber:

Der postmoderne Blick auf das Farbe und Form gewordene 19. Jahrhundert lohnt, wie auch der Donaukurier schreibt. Daher raten wir: Auf nach Ingolstadt, noch bis zum 26. November 2017!

150 Jahre Norddeutscher Bund

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 18. Mai 2017 um 12:05 Uhr

Die Jubiläen kommen und gehen. In Kultur, Politik, Sport, Geschichte und wo sonst noch erregen Jahreszahlen und möglichst runde Geburtstage Aufmerksamkeit, auch wenn das zu Grunde liegende Thema etwas outfashioned gewesen sein mag. Eine solche Kombination verbirgt sich auch hinter dem Erinnern an den 150. Jahrestag der Gründung des Norddeutschen Bundes: Die Jahreszahl ist rund im Vorzeigesinn, der Jubilar ist allerdings ein wenig angestaubt.

Dass man ihm damit Unrecht tut, werden historisch Interessierte nicht bestreiten. Schließlich war der preußisch dominierte Staaten-Zusammenschluss nördlich des Mains nichts weniger als der unmittelbare Vorläufer des Deutschen Reichs.

Die Otto-von-Bismarck nimmt dieses Ereignis zum Anlass einer Sonderausstellung, die vom 16. Juli 2017 bis 14. Januar 2018 im Bahnhofsgebäude in Friedrichsruh zu sehen sein wird. Wie schwierig das Zustandekommen des Staatenbundes war, welche Kosequenzen daraus für die Mitglieder entstanden und wie unterschiedlich die Wege in die Gemeinschaft waren, wird in einer kleinen, aber feinen Ausstellung zu sehen sein. Ein Katalog mit Aufsätzen wird diese dokumentieren.

Wir arbeiten mit Hochdruck an der Sonderausstellung, freuen uns auf die Eröffnung mit der Präsentation einer Sonderbriefmarke zum Thema und natürlich auf Sie und Ihr Interesse.

Wer möchte, kann im Hamburger Abendblatt schon einmal nachlesen, was der Beitritt zum Norddeutschen Bund für die "Pfeffersäcke" an Elbe und Alster bedeutet hat.

Regenpause für Betriebsausflug genutzt

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Dienstag, den 16. Mai 2017 um 14:09 Uhr

Hinterher weiß man gelegentlich, was für ein Glück man hatte! So erscheint der gestrige Montag mit dem Blick zurück aus einem trüben Dienstag wie ein Hochsommertag. Es war daher ein Wink des Schicksals, dass dieser 15. Mai 2017 für den diesjährigen Betriebsausflug der Otto-von-Bismarck-Stiftung ins Auge gefasst wurde.

Morgens ging es mit dem Auto an die Ostsee, wo in Grömitz eine Tauchgondel bestiegen wurde (s. Bild).

Nach einer Stunde unter Wasser unternahmen wir den Versuch einer Schatzsuche. Dass diese als Wettstreit zwischen zwei Teams angelegte, elektronische Schnitzeljagd durchwachsen ausfiel, lag einmal mehr an den Tücken der Technik. I-Pads in der Sommersonne, mobile Boxen ohne genügend geladene Akkus, hier hat der Veranstalter noch Nachbesserungsbedarf.

Uns war es egal, denn "teambildend" waren die holstenischen Zick-Zack-Läufe auch so. Das anschließende Essen in einem Strandrestaurant ließ keine Wünsche offen, wir kommen gern im nächsten Jahr wieder.

An eine Niederlage erinnern

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Dienstag, den 18. April 2017 um 09:06 Uhr

In Paris erinnert derzeit eine Ausstellung an den für Frankreich schmerzlichen deutsch-französischen Krieg von 1870/71.

Bereits einige Jahre vor dem Jubiläumszyklus hat sich das Musée de l'Armee einem Thema angenommen, das in Frankreich über viele Jahrzehnte hinweg Trauma und Mythos zugleich war.

Schließlich verlor Frankreich nicht nur einen selbstbewusst begonnenen Krieg und musste im Ergebnis die Abtrennung Elsass-Lothringens und die Zahlung von Reparationen hinnehmen. Als Kaiserreich hörte es sogar auf zu existieren, während im Herzen der eigenen Herrschaft ein neues Kaiserrich ins Leben trat. In den Ereignissen der Monate von August 1870 bis Mai 1871 bündelt sich also eine Vielzahl von Themen.

Nach ersten Kritiken ist den Ausstellungsmachern die Präsentation der komplexen Materie gelungen. Man darf gespannt sein, wie das Deutsche Historische Museum in Berlin und das Militärgeschichtliche Museum in Dresden in einigen Jahren den Krieg zwischen den "Erbfeinden" präsentieren werden.

Zunächst kann man bis zum 30. Juli 2017 eine ohnehin immer lohnende Reise nach Paris mit dem Besuch der Ausstellung "France-Allemagne(s). La Guerre, La Commune, Les Mémoires" verbinden.

Die Ausstellung ist dreisprachig, der dazugehörige Katalog leider nur französisch.

Unser Bild zeigt eine zerstörte französische Festung in Metz nach der Übergabe durch den General Bazaine.

Die kleine Stadt Dietenheim besitzt etwas ganz Besonderes, das es nur zu besonderen Zeiten zu sehen gibt.

In den drei Wochen vor Karfreitag verdeckt in der Pfarrkirche St. Martinus ein acht Meter breites und neun Meter hohes Hungertuch ganz eigener Art den Altarraum.  Es handelt sich um eines der wenigen "Heiligen Gräber", aufwändige Gemälde, die das Leiden und Sterben Christi darstellen. In Dietenheim sind es sage und schreibe 45 Szenen und der Betrachter kann sich kaum sattsehen an dem barocken Monumentalgemälde. Seit 1727 ersetzt das riesige Bild ein schnödes Tuch.

Nach 150 Jahren Einsatz in den letzten drei Wochen der Fastenzeit musste das Heilige Grab zum ersten Mal restauriert werden. Und da ritt 1872 den mit den Arbeiten beauftragten Maler der Schalk und er gab einem Hund, der einen römischen Soldaten begleitet, ein seinerzeit sehr prominentes menschliches Antlitz.

Schauen Sie bitte hier, das Detail findet sich am rechten Bildrand als drittes Bild unten.

Im Kulturkampf wurde Bismarck also unversehens zum Attribut eines Vollstreckers der antiken Christenverfolgung - eine zuzugeben nicht ausgesprochen hintersinnige Allegorie, die auch heute bei historisch bewanderten Kirchenbesuchern noch funktionieren dürfte.

Knapp 150 Jahre post festum und in Zeiten von Aufregungen um Mohammed-Karikaturen und die Grenzen von Satire und Humor sagen wir: Chapeau! Gelungene Herrschaftskritik im Kaiserreich, die vielleicht auch im Kirchenkampf des Dritten Reiches noch funktioniert haben dürfte.

Nach Ostern wird dann im katholischen Württemberg wieder zur liturgischen Normalität zurückgekehrt und mit der Auferstehung Christi wird auch der tierische Bismarck wieder verräumt.

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